DER LABRADOR
Ein treuer Partner mit großem Herz und Freude am Apportieren

Rassestandard
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Kopf:
Der Labrador besitzt einen breiten, gut proportionierten Schädel mit deutlich erkennbarem Stop. Die Nase ist kräftig ausgebildet, mit weit geöffneten Nasenlöchern. Die Augen erscheinen freundlich und aufmerksam, meist dunkel- oder haselnussbraun. Die mittelgroßen, weich anliegenden Hängeohren unterstreichen den typischen sanften Ausdruck. Gebiss und Kiefer sind stark und funktional.
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Hals:
Kräftig und stabil, harmonisch in die gut gelagerten Schultern übergehend.
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Körper:
Der Körperbau ist kompakt und leistungsfähig. Die Brust ist tief und breit, die Lenden kurz, kräftig und belastbar.
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Gliedmaßen:
Die Vorderhand zeigt lange, gut gewinkelte Schultern. Die Hinterhand ist gerade gestellt und deutlich bemuskelt, was dem Hund Ausdauer und Schubkraft verleiht.
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Pfoten:
Rund geschlossen, mit festen Ballen und gewölbten Zehen – ideal für Bewegung auf unterschiedlichem Untergrund.
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Rute:
Am Ansatz sehr kräftig, zur Spitze hin verjüngend, mittellang getragen – die typische „Otterrute“.
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Fell:
Kurz, dicht und wetterfest, mit ausgeprägter, wasserabweisender Unterwolle.
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Farben:
Schwarz, Gelb oder Braun (Chocolate). Gelb reicht von hellem Creme bis zu einem rötlich warmen Ton. Ein kleiner weißer Brustfleck kann vorkommen.
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Größe:
Rüden etwa 56–57 cm, Hündinnen etwa 54–56 cm Schulterhöhe.
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Gewicht:
Je nach Geschlecht und Konstitution ungefähr 25 bis 40 kg.
Entstehungsgeschichte
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Die genaue Herkunft des Labradors lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Fest steht jedoch, dass seine Entwicklung eng mit der Insel Neufundland verbunden ist. Dort lebten schon früh robuste Arbeitshunde, die Fischer bei ihrer täglichen Arbeit unterstützten.
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Diese Hunde bewiesen außergewöhnliche Fähigkeiten: Sie arbeiteten zuverlässig im Wasser, apportierten Gegenstände aus den Wellen und halfen sogar dabei, entkommene Fische wieder einzufangen. Ihre Ausdauer, Kälteresistenz und ihr kooperatives Wesen machten sie zu unentbehrlichen Helfern.
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Im 18. Jahrhundert änderten sich die Lebensbedingungen auf der Insel. Die Hundehaltung wurde stark eingeschränkt, wodurch viele Tiere verschwanden. Einige Exemplare gelangten jedoch mit Seeleuten nach Großbritannien. Dort erkannte man schnell ihr Potenzial.
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Englische Züchter begannen, die Hunde gezielt weiterzuentwickeln und insbesondere für die Jagd auszubilden. Durch sorgfältige Zucht entstand ein leistungsfähiger Apportierhund mit hoher Lernbereitschaft und ausgeprägter Menschenbezogenheit. Seine Zuverlässigkeit beim Zurückbringen von Wild machte ihn schnell sehr geschätzt.
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Labrador Retriever schließlich offiziell als eigene Hunderasse anerkannt – und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten nicht nur zum Jagdhund, sondern auch zu einem der beliebtesten Familien- und Begleithunde weltweit.

